Gräber, Friedhöfe und Begräbnisse (weltweit)

 

Graves, Cemeteries, and Funerals (worldwide)

 

Mezarlar, Mezarlıklar ve Cenazeler (dünya çapında)

 

Fortsetzung

Zigeunergräber III

- deutsche Sinti (Sinté) -

 

Alle Fotos dieser Seite aus:  image002

 

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Dig Gerste-Schausteller-Grab MI 30

Abb.215

Bei diesem Grab soll es sich um eine

Umbettung (aus München ?) handeln.

Die englische Inschrift und der „bürgerliche“

Vorname lassen vermuten, daß der Verstorbene,

möglicherweise im Zweiten Weltkrieg, in

Großbritannien oder den USA gelebt hat.

Der Zigeunername steht hier im

Mittelpunkt des Grabsteins.

(Castrop-Rauxel)

 

Abb.216

Darstellungen eines Autoscooters auf dem Grab eines

Sinto, der Schausteller war. In Minden soll es recht

viele Schausteller geben.

 (Minden)

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Abb.217

„Das Zigeunergrab“ auf einem saarländischen Friedhof

gehört der 1892 verstorbenen Sintizza Lani Blum.

Es wurde später von der Stadt mit einem Dach

Versehen und wird seitdem von ihr instand gehalten.

(Merzig)

Abb.218

Inschrift an dem Grab von Lani Blum.

► Webseitenhinweis:

http://www.romev.de/images/PDF/Rundbrief_18.pdf

(Merzig)

Dig Nik
Dig altes Sintigrab MI 30

Abb.219

Älteres Grabmal eines Angehörigen der

bekannten Reinhardt-Familie mit Geige.

Statuen als Grabstein sind bei den Sinti nicht

sehr häufig anzutreffen.

(Köln)

Abb.220

Ein schon recht altes Grab (Anfang der 1920er

Jahre) deutscher Sinti in einem Stil, der sonst

noch nicht angetroffen wurde, zumal solch alte

Zigeunergräber ohnehin nur selten zu finden sind.

(Minden)

 

Dig W
61022006
Abb.221

Eines der ältesten Zigeunergräber, das bisher

gefunden werden konnte, in Form eines

Baumstumpfes. Es wurde seinerzeit auf 99 Jahre

von der Familie (Laubinger) gepachtet.

Das Sterbedatum ist nicht mehr lesbar, das

Geburtsdatum ist 1848.

Das Grab wird bis heute besucht.

Der weit verbreitete Familienname Laubinger

findet sich sowohl bei den deutschen Sinti

als auch den Lalleri; vereinzelt haben auch

deutsche Roma den Namen angenommen.

Ein recht ähnliches Laubinger-Grab befindet

sich auf einem Friedhof in Quedlinburg.

(Münster)

Abb.222

Die erste Beerdigung in diesem Grab fand

noch im Ersten Weltkrieg statt.

(Lübbecke)

 

- Lalleri (Lalleré) -

(überwiegend römisch-katholisch, teilweise freikirchlich)

 

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Abb.223

Familiengruft der großen Lalleri-Familie

 Schne(e)berger, eines der ältesten ihrer Gräber

auf dem Friedhof. Links neben dem Grabmal ein

 Marienschrein (in Grottenform), was besonders

bei den Lalleri-Gräbern häufig zu sehen ist.

Die Lalleri (auch „tschechische/ böhmische Sinti“)

sind den Sinti verwandt und kurz nach dem

Zweiten Weltkrieg, aus Tschechien oder z.T.

Österreich stammend, nach Köln gekommen,

manche auch über das nördliche Ex-Jugoslawien.

In diese Familiengruft sollen Verstorbene der

Familie von anderen Teilen des Friedhofs

umgebettet worden sein.

(Köln)

 

Abb.224

Ein weiteres Schneeberger-Grabmal.

Die Lalleri scheinen – diesen Eindruck vermitteln

zumindest die Kölner Gräber – mehr noch als die

deutschen Sinti großen Wert auf „repräsentative“

 Grabstätten zu legen. Viele Sinti-Gräber sind

dagegen schon „angepasster“ und manchmal

gar nicht mehr als solche zu erkennen.

(Köln)

 

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Schneeberger-Maus

Abb.225

Auf einigen dieser großen Lalleri-Grabstätten

findet sich eine Krone. Ob damit eine „führende

Rolle“ der Familien oder der dort Begrabenen

angedeutet werden soll ? Während die meisten

der hiesigen Lalleri-Familien deutsche Familien-

namen tragen, ist der der Ružička-Familie

tschechisch. Alle diese ähnlich gebauten Grab-

mäler stehen in einer Reihe. Daß es hierbei auch

um Prestige geht, ist wohl nicht von der Hand

zu weisen.

(Köln)

Abb.226

 Mausoleum für (bisher) einen (?) Angehörigen

der Schneeberger-Familie. Der Tote soll aus

Köln oder Umgebung stammen. Da man jedoch

dort offenbar kein Grabmal der gewünschten

Größe errichten konnte, ist man nach Düsseldorf

gegangen, wo ein halb verfallenes Mausoleum

wieder aufgebaut werden konnte. Dieser Fall

hat Parallelen zu dem Grabmal für Sophia Czory

in Köln (s. Abb. 204 und 205). Möglicherweise

ist dieses Grabmal im Zusammenhang mit dem

Czory-Mausoleum zu sehen.

(Düsseldorf)

 

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Abb.227

Schneberger-Grabmal mit Weihnachtsschmuck.

Die Lalleri-Gräber sind sehr gepflegt, werden

offenbar jede Woche besucht (meist von Frauen

und Mädchen) und geschmückt, wobei der

Schmuck teilweise der Jahreszeit bzw.

den Festtagen angepaßt ist.

(Köln)

 

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Fotos und Texte © Rüdiger Benninghaus

 

 

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